Was passiert, wenn die Wirtschaft nicht wächst?
Dann reagieren Wirtschaftsexpert:innen und Politiker:innen besorgt. Warum ist das so? Haben wir nicht schon alles?
Früher einmal, nach dem Krieg, klar, da war nichts da. Wirtschaftswachstum bedeutete damals, dass die meisten wieder genug zum Leben hatten: eine Wohnung, Essen und Kleidung. Ging’s der Wirtschaft besser, ging’s auch den Leuten besser. In Entwicklungs- und Schwellenländern ist das heute noch so.
Aber bei uns? Wir leben im Überfluss. Vielleicht nicht jede und jeder Einzelne, aber die deutsche Gesellschaft an sich gilt als wohlhabend. Immer noch mehr zu haben, macht nicht glücklicher, sagt die Forschung.
Viele Expert:innen sind aber davon überzeugt, dass es das Wirtschaftswachstum braucht, damit wir unseren Wohlstand und unsere soziale Sicherheit erhalten können.
Investitionen brauchen Wachstum
In Fabriken erledigen Maschinen heute vieles, was früher von Menschen gemacht wurde. Dadurch können diese Menschen in besser qualifizierten Berufen arbeiten, mit denen sie mehr Geld verdienen und sich ein besseres Leben leisten können.
Verantwortungsvolle Unternehmen investieren jedoch nur – beispielsweise in moderne Maschinen, wenn sich die Investitionen auch lohnen. Wenn die Wirtschaft wächst, ist das wahrscheinlicher, als wenn sie stagniert oder gar schrumpft. So gesehen hängt unser Wohlstand von einer wachsenden Wirtschaft ab.
Wir brauchen mehr Geld, weil die Staatsschulden immer höher werden
Auch in Deutschland macht der Staat Schulden, weil die Ausgaben oft höher sind als die Einnahmen. Um diese Schulden zurückzahlen zu können, braucht der Staat langfristig mehr Geld.
Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder werden die Steuern erhöht oder die Wirtschaft wächst, sodass automatisch mehr Steuereinnahmen entstehen. Wirtschaftswachstum erleichtert es also, Schulden zu bewältigen. Man spricht hier von sogenannter „Schuldentragfähigkeit“.
Wenn die Wirtschaft jedoch nicht wächst, wird es schwieriger, Schulden zu bedienen, und die finanzielle Lage eines Staates kann sich verschlechtern.
Wachstum ohne Grenzen?
Man fragt sich, ob die Wirtschaft im Gegensatz zu Menschen, Tieren und Pflanzen wirklich unbeschränkt wachsen kann. Kritik an der ‚Wachstumssucht‘ kommt beispielsweise von Ökolog:innen: Wenn wir immer mehr produzieren, verbrauchen wir heute Ressourcen, die dann für nachfolgende Generationen nicht mehr verfügbar sind.
Daher gibt es heute auch eine Bewegung, die auf nachhaltiges Wirtschaftswachstum setzt, beispielsweise mit erneuerbaren Energien und mit nachwachsenden Rohstoffen.







