Soll ich an der Uni studieren?
Auf diese Fragen kann man mit ja, nein, vielleicht antworten. Welche
Antwort richtig ist, hängt eigentlich hauptsächlich von dir ab.
Uni-Abschluss nötig für die Karriere?
Nach landläufigem Bild haben Menschen mit Uni-Abschluss bessere Karrierechancen und verdienen im Schnitt mehr.
Das stimmt nach einer Studie der OECD für Deutschland nicht unbedingt: Akademiker:innen sind hierzulande nicht unbedingt seltener arbeitslos als Personen, die „nur“ eine berufliche Ausbildung (z. B. Lehre bzw. duale Ausbildung oder schulische Ausbildung) abgeschlossen haben.
Je nach Branche unterscheidet sich das Einkommen über das gesamte Berufsleben hinweg oft weniger stark als gedacht. In vielen Industrieberufen verdienen Fachkräfte laut Studien mindestens so viel wie Akademiker:innen – und das häufig schon früher, während andere noch studieren.
Untersuchungen zeigen außerdem, dass sich ein finanzieller Vorteil eines Studiums in manchen Fällen erst relativ spät bemerkbar macht. So kann es beispielsweise sein, dass jemand mit einem Informatikstudium erst viele Jahre später finanziell aufholt gegenüber jemandem, der früh eine Ausbildung im technischen Bereich begonnen hat.
Ja, Nein, Vielleicht – es liegt an dir
Ob die Entscheidung, auf die Uni zu gehen, klug ist, liegt daher sehr stark an dir und deinen Interessen und Vorlieben.
Wenn du gern oder leicht lernst, du den Dingen gern theoretisch auf den Grund gehst und du dich im Idealfall brennend für ein akademisches Fachgebiet interessierst, ist ein Uni-Studium das Richtige für dich.
Ein Studium ist keine praktische Berufsausbildung, jedoch Voraussetzung für eine Reihe von Berufen, etwa Wissenschaftler:in, Architekt:in oder Gymnasiallehrer:in. Erfordert dein Traumberuf ein Studium, führt der Weg über die Uni oder auch eine Fachhochschule (FH).
Du arbeitest lieber praktisch, als deine Nase in Bücher zu stecken? Dann ist es schlau, wenn du dir die mehr als 200 Lehrberufe genauer ansiehst. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels bietet das sehr gute Jobchancen.
Ein Studium kannst du auch nach einer Ausbildung noch beginnen. In Deutschland ist das beispielsweise über berufliche Qualifikationen oder eine Aufstiegsfortbildung möglich, auch ohne klassisches Abitur. In Österreich gibt es ähnliche Wege über Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung.
Oft ist die Antwort unklar: Du möchtest vielleicht schon weiter lernen und einen akademischen Abschluss erwerben, aber zugleich eine praktische Berufsausbildung machen? Schau, welche FH-Studien dich interessieren! Auf Fachhochschulen werden Theorie und Praxis kombiniert.
Oder sagst du eigentlich klar „Ja“, fragst dich aber, wie du dein Studium finanzieren sollst? Dann informiere dich über staatliche Unterstützung wie BAföG, Stipendien, Nebenjobs oder ein duales Studium.
Dual studieren in Deutschland
Ein duales bzw. praxisintegriertes Studium erfordert viel Einsatz: Du studierst an einer Hochschule und arbeitest gleichzeitig in einem Unternehmen. Klassische Semesterferien gibt es oft nicht – stattdessen wechseln sich Theorie- und Praxisphasen ab, und Urlaub muss entsprechend eingeplant werden.







