Teilzeitarbeit – warum sie zur Falle werden kann
Weniger arbeiten, mehr Zeit zum Leben haben, klingt erstmal gut. Welchen Haken dieses Arbeitsmodell haben kann, stellt sich bei vielen erst zu spät heraus.
Verlockend: Mehr Zeit fürs Private
Stell dir vor, du kannst um 13 Uhr nach Hause gehen, während die anderen noch bis 17 Uhr weitermachen. Klingt super, oder? So bleibt mehr Zeit für das, was dich sonst noch interessiert oder dir Freude macht. Zum Beispiel (später) eine eigene Familie.
Auch in Deutschland arbeiten viele Menschen in Teilzeit. Alles, was unter der üblichen Vollzeit von etwa 40 Stunden pro Woche liegt, gilt als Teilzeit.
Teilzeitarbeit ist weiblich
Ein großer Teil der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Häufig liegt das daran, dass sie Familie und Beruf miteinander vereinbaren möchten. Besonders mit Kindern ist Teilzeit oft eine Möglichkeit, beides unter einen Hut zu bringen.
Viele entscheiden sich aber auch bewusst dafür, mehr Zeit für ihr Privatleben zu haben.
Warum ‚Falle‘?
Die Vorteile der Teilzeitarbeit kommen zu einem hohen Preis. Hier sind die drei wichtigsten möglichen Negativ-Folgen von Teilzeit:
Weniger Einkommen
Wer weniger Stunden arbeitet, verdient auch weniger als die Vollzeit-Kolleg:innen. Besonders, wenn man plötzlich als Alleinerziehende:r dasteht, kann das Geld knapp werden.
Weniger Aufstiegschancen
Bei Beförderungen werden Teilzeitkräfte häufiger übergangen. Zwar gibt es auch Führungskräfte in Teilzeit, aber sie sind noch ein Ausnahmefall.
Weniger Pension – von Teilzeit in die Altersarmut
Das allerwichtigste Argument gegen Teilzeit ist die Armutsgefährdung im Alter. Wer weniger verdient, zahlt auch weniger ins Pensionssystem ein – und bekommt in der Pension weniger raus. Bei vielen reicht die Pension nicht zum Leben.
Sonderfall Elternteilzeit
Junge Mütter und Väter haben (unter bestimmten Voraussetzungen) gesetzlichen Anspruch, in Elternteilzeit zu gehen, um sich mehr um ihr Kind zu kümmern. In Elternteilzeit ist man vor Kündigung und Entlassung geschützt.
Wie viel Teilzeit kannst du dir leisten?
Es spricht nichts dagegen, eine Zeit lang in Teilzeit zu arbeiten – oder auch ein Leben lang. Wichtig ist, sich der möglichen Folgen bewusst zu sein und sie in die Lebensplanung einzukalkulieren.
Im ersten Schritt musst du wissen, wie viel Geld du zum Leben brauchst, ob du diesen Betrag mit weniger Stunden verdienen kannst und dir außerdem genug Geld für Vorsorge übrigbleibt. Erkundige dich, wie sich der reduzierte Lohn auf deine Pension auswirkt und ob du mit diesem Geld dann immer noch auf eigenen Beinen stehen kannst.







